In den Sommerferien freiwillig lernen und dabei viel Spaß haben, wo gibt es denn so etwas? Auf der Anlage des Tennisclubs Dilsberg, die wunderschön im Grünen liegt. Hier organisierte Jugendwart Wulf Schmidt wieder ein Tenniscamp für alle, die sich für den weißen Sport interessieren und das waren mehr als erwartet.

Zusätzlich motivierte in der ersten Ferienwoche die Teilnahme an einem fünftägigen Intensivtraining mit Jugendtrainer Zoltan Dózsai.

 

Erste Spiele hatten die Teilnehmer bereits absolviert jedoch fehlte die Technik. Hier lernten sie Grundlagen der Schläge sowie Regelwerk und Zählmodus. Nicht durch trockene Theorie sondern während aktiver Übungseinheiten, welche Fortschritte sofort zeigten. „Die müssen keine Weltmeister werden, sondern positive Erfahrungen mit dem Tennis sammeln.“, lautet das Ziel des Trainers.

 

 

„Wir sind Tennisverrückte geworden!“, bestätigten zwei Teilnehmer aus dem letzten Jahr, die erneut mit von der Partie waren. Die Meisten kommen aus anderen Sportarten, wie Fußball oder Tischtennis und zeigten bei minimaler Technik bereits schöne Ballwechsel.

 

 

Der Trainer sieht sich nicht als Animateur sondern lässt den Kindern einen gewissen Freiraum, ein System das viel Geduld erfordert. Davon profitieren die Spieler durch praktische Erfahrungen beim Turnier. In drei Altersgruppen traten sie gegeneinander an und Probleme gab es nur, wenn sie merkten, dass sie verlieren, aber auch das will gelernt sein.

 

An der Linie moderierte der Trainer einzelne Aktionen, verteilte viel Lob und Tipps. Wer spielfrei war übernahm den Posten des Schiedsrichters und stellte fest, manchmal ist es nicht einfach zu beurteilen wo der Ball aufkam. Heiße aber faire Diskussionen ergaben sich, wenn der Ballabdruck nicht eindeutig zu sehen war. „Was ist eine salomonische Lösung?“, lautete die Frage des Trainers und die Jungs entschieden sich für Wiederholung. „Allein das zu lernen ist ein Schatz fürs Leben!“

 

Im Spiel gab es auch mal Lob vom Gegner: „Der Ball war echt stark!“ Selbstkritisch beurteilten sie Niederlagen: „Ich habe zwar wieder zu Null verloren, aber dieses Mal in jedem Satz mindestens einen Punkt gemacht.“ Die sportliche Aktion und das Miteinander standen im Vordergrund, so betrachtet gab es nur Sieger.

 

„Mir ist es auch wichtig, dass die Eltern Lust bekommen und ihre Liebe am Tennis wiederentdecken.“, war ein wichtiges Anliegen von Wulf Schmidt. Der Jugendwart war früher selbst ein begabter Tennisspieler, bis ein schwerer Unfall das aus bedeutete. „Ich finde es super was er macht, wie er jedem Kind nachgeht und alles organisiert, obwohl er selbst nicht mehr spielen kann.“, zollte ihm Trainer Dózsai Respekt. Auch von Seiten der Eltern erhält er Unterstützung, so engagierte sich dieses Mal Magdalena Wright und betreute die kleinen Tenniscracks an der Ballwand.

 

Die Jüngsten – Vier- bis Siebenjährigen – sammelten hier erste Erfahrungen, bevor es zum altersgerechten Spezialtraining auf den Platz ging. Zunächst bauten sie einen Parcours auf, denn hier packt jeder mit an. Die Kleinen können noch nicht am Netz spielen, doch mit einer Runde Low-T-Ball kann man sie für das Spiel begeistern.

 

 

Alles was man dazu benötigt ist ein provisorisches Minispielfeld. Die Spielidee bleibt unverändert, die komplizierte Technik ist jedoch vereinfacht. Der Ball wird mit einem Vorhandschlag durch den Tunnel zum Gegner gespielt, der ihn versucht zurückzuschlagen. Während zwei spielten addierte der Dritte die Punkte und zeigte den Spielstand mit den Fingern an.

 

Danach folgte das Lieblingsspiel der Gruppe, Trainer Zoltan warf ihnen der Reihe nach drei Bälle zu, die sie versuchten mit der Vorhand und anschließend mit der Rückhand zu spielen.

 

Danach ging es im Spurt über das Spielfeld, über große Ringe zwischen Hüttchen und Stangen vorbei, ohne sich abwerfen zu lassen, sonst drohte eine Strafrunde. Dieses kombinierte Schlag- und Lauftraining ist der Hit bei den Kindern, die spielerisch den Schlagablauf speichern und dabei riesigen Spaß haben.

 

Das Tenniscamp war eine gelungene Angelegenheit, die sowohl bei den Aktiven wie bei den Eltern positiv ankam. „Ich freue mich, dass es die kompletten Sommerferien über weiter geht.“, teilte der Jugendwart zufrieden mit. Immer montags und donnerstags ist die Tennisanlage von 9 bis 12 Uhr für die Kinder reserviert. Wer weiß, vielleicht wird ja am Ende ein zweiter Boris Becker oder eine zweite Steffi Graf entdeckt.

 

Quelle: http://www.dilsberger.de/Presse/Presse2011/TCJugendturnier/TCJugendturnier.htm 18.05.2011